Dezimierungen allerorten

Gut ein Drittel der Oberligarückrunde ist bereits absolviert. Sie war vor allem davon geprägt, daß viele Teams mit Ersatzspielern agieren mußten. Die Palette der Gründe reicht dabei von Infekten und Verletzungen über andere sportlichen Verpflichtungen bis hin zu grundlegenden Umplanungen in der Personalpolitik. Bei uns traten die ersten drei Gründe ein. Nadeem fehlte einmal, weil er Mitteldeutscher Meister werden wollte und sollte. Das gelang ihm auch. Herzlichen Glückwunsch! Leider verletzte er sich dabei und mußte die nächsten beiden Spiele passen. Auch Udo konnte wegen Verletzung noch nicht mitwirken. Und einmal hatte Carlos einen fiebrigen Infekt.


Besonders Letzteres verhagelte uns den Start gegen Börde, die ihrerseits das untere Paarkreuz ersetzen mußten. Carlos absolvierte das Doppel zwar siegreich, sah sich aber im Einzel nicht als konkurrenzfähig. Die Option, sich dennoch aufstellen zu lassen, wählten wir diesmal ab. Valentin lief in der Mitte, Robert und ich unten auf, und wir hofften, daß es so laufen könnte wie einstmals gegen Hettstedt mit den selbigen Vorzeichen oder wie im Dezember gegen Hohenstein. Das tat es nicht, da wir so in der Mitte ohne Punkt blieben und unten nur Robert gegen den zweiten Ersatzmann gewinnen konnte. In der Mitte machte Valentin eine ganz gute Figur. Ich wage mal zu behaupten, daß er Richard Köhler in der ersten Runde hätte schlagen können. So hatte dieser aber nach eher bescheidenen Leistungen im Doppel wie im ersten Satz gegen Jiri Zeit, sich langsam in den Wettkampf zu finden.
Oben konnten wir das Spiel noch ausgeglichen halten, da sowohl Michal als auch Patrik Kostadinov besiegen konnten. Patrik machte auch ein sehr gutes, nahezu perfektes Spiel gegen Ali bis 2:1 und 10:7. Dann verlor er noch. Andersrum wäre es aber in dieser Konstellation auch nur Ergebniskosmetik gewesen.
Zum Glück war Carlos eine Woche später wieder der Alte, und Udo wurde würdig und erfolgreich einmal von Robert und einmal von Valentin vertreten. Am Samstag trat Erfurt it Ersatz an Nummer 6 an. Vor allem erschienen aber zunächst nur die drei Polen. 20 Minuten vor Spielbeginn erfuhren wir, daß die anderen wegen einer Vollsperrung der A4 bei Siebenlehn nicht vorankamen. Wir warteten, begannen mit 75 Minuten Verspätung und siegten am Ende trotz Carlos' berechtigter Befürchtung, daß die Gäste nun sicher ganz befreit aufspielen werden, weil sie das Spiel eigentlich nach seinem Regelverständnis schon verloren hatten.
Da wir wieder nur mit 1:2 aus den Doppeln kamen, waren wir zunächst nach Punkteteilungen in den einzelnen Paarkreuzen im Hintertreffen.
Es war aber mehr drin, da Jiri erneut nur hauchdünn gegen Krusty velor. Und auch bei mir wäre ausnahmsweise mal mehr drin gewesen gegen Kaczmarek junior. Ich verkneife mir jetzt Aussagen zu diesem Spieler und Auslegung der Aufschlagregel.
Ab 4:5 nach der ersten Einzelrunde lief es aber für uns fast wie am Schnürchen, und es folgten vier recht glatte Siege (nur Franke konnte gegen Patrik einen Satz gewinnen). Unten ging es dann jeweils über fünf Sätze. So war auch Robert nicht chancenlos gegen Kaczmarek, mußte am Ende aber gratulieren. Dafür behielt ich gegen Ergänzungsspieler Dick die Nerven und konnte die doch vorhandene, was in letzter Zeit selten genug der Fall ist, spielerische Überlegenheit ausspielen und den Siegpunkt markieren. Was nicht ganz unwichtig war, da Carlos und Michal den ersten Satz des bereits gestarteten Entscheidungsdoppels verloren hatten und auch im zweiten Durchgang noch überhaupt nicht zurechtkamen.
Den Sieg feierten wir in der Fantina in Johannstadt, wo der Wirt zur Höchstform auflief. Es sollte ein gutes Omen sein, denn als wir dort vor anderthalb Jahren mal eingekehrt waren, gewannen wir tags darauf unser Heimspiel. So sollte es dann am Sonntag auch gegen Burgstädt sein. Auch diese waren nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte, da Schröder krankheitsbedingt fehlte. Das war vor allem eine für uns günstige Schwächung der Gäste im dritten Doppel. So gingen wir also 2:1 in Front, und das ganze Spiel lief ungefähr so, wie wir uns das für den Saisonauftakt damals eigentlich auch vorgestellt hatten. So punkteten die Burgstädter nur in Form von Jacob gegen Jiri, der nach Auslassen mehrerer Matchbälle 13:15 im fünften Satz insofern unglücklich unterlag, und durch Zirngibl gegen mich. Das war auch unglücklich, weil die Netz- und Kantenbälle sehr ungleich verteilt waren. Insbesondere verhinderten zwei wegen Netz bzw. Kante unerreichbare Returns sowie ein Kantenball aus der Bedrängnis den Satzausgleich. Aber insgesamt ging der Sieg völlig in Ordnung, weil Zirngibl ganz gut spielte, während ich zwar hoffnungsvolle Ansätze zeigte - was durch mehrfache Rufe der Burgstädter Bank untermauert wurde, mir ja nicht in die Rückhand zu spielen - aber im Rückschlag noch zu schlecht war.
Jedenfalls konnten wir mit 9:3 die Scharte aus dem Hinspiel auswetzen und stehen nun erstmal mit 12:12 Punkten ganz ordentlich da.
Zurücklehnen kann man sich jedoch noch nicht, da für uns ungünstigerweise Zeulenroda bei einer stark ersatzgeschwächten Truppe in Jena gewinnen konnte. So muß mindestens noch ein Sieg in Zeulenroda her oder im letzten Heimspiel gegen Gornsdorf. Zunächst steht nach den Ferien jedoch ein Auswärtswochenende in Zella-Mehlis und Jena an. Auch dort könnten Punkte drin sein, da Zella-Mehlis dauerhaft auf Nummer 1 und 3 zu verzichten scheint.
Ohnehin brodelt die Gerüchteküche derzeit derart, daß auch die Burgstädter sich als Tabellenletzter noch Hoffnungen machen, nächste Saison in der Oberliga aufschlagen zu dürfen.
Für mich persönlich steht aber nun erstmal Abstiegskampf in der Sachsenliga an und ich gebe morgen mein Debüt in der Zweiten. Ich muß mal eben im Kopf überschlagen. Es muß 31 Jahre her sein, daß ich das letzte Mal in einer zweiten Mannschaft gespielt habe. Freaky.